Riunitura: es handelt sich hierbei um die antike Maltechnik für Miniaturen. Hierbei werden tausende Punkten und Kommas nebeneinander gesetzt und bilden hierdurch Faltenwürfe auf der Kleidung, Schatten im Gesicht etc. "Riunitura" ist italienisch und heißt: "Die Farben zusammenbringen". Diese Punkte und Kommas werden mit Pinsel der Größe 0-1 gesetzt. So entsteht eine perfekte Schmelzung der verschiedenen Farbtöne.

Die Miniaturmalerei bedarf viel Fingerspitzengefühl. Wenn z.B. ein Tropfen Wasser auf eine dunkle Farbe, ins besonders blau, braun, schwarz fällt, ist die Malerei ruiniert, weil dieser Fleck nicht mehr zu korrigieren ist. Es bleibt nur die gesamte bemalte Fläche mit dem warmen Hauch nass zu machen und die Farbe mit einem großen Pinsel abzutragen und von vorne zu beginnen.

Die Haare oder Perücke oder auch Kopfschmuck, Spangen oder Federn, werden mit der Spitze einer Nadel verfeinert. So bekommt man die Feinheit der Haare. Goldverzierungen werden zum Schluss aufgemalt.

Perlen und Spitzen werden mit der Spezialfarbe "weiß-leuchtend" aufgetragen. Hierdurch ergibt sich ein Brillianteffekt.

Ordenschmuck und Verzierungen auf z.B. goldene Tressen, Litzen etc. auf Uniformen werden ebenfalls mit einer speziellen Technik aufgetragen. Hierzu wird auf die dunkle Farbe der Uniform die Kontur der Tresse mit einer Nadel entfernt. Diese Kontur wird dann z.B. mit der Farbe "Gelbchrom", als Grundfarbe, ausgemalt.

Die Schattierungen (Nuance) wird z.B. mit der Farbe Braun, Terra di Siena gebrannt oder natur, nachgearbeitet.

Der Glanz der Tressen etc. wird erreicht durch das Auftragen von "weiß oder gelb leuchtend" zum Schluss.

Licht- und Schatteneffekte bei glänzenden Stoffen, oder der Glanz der Augen, Rüßchenhemden erreicht man ebenfalls durch die Verwendung von "weiß leuchtend".

Licht- und Schatteneffekte bei glänzenden Stoffen, oder der Glanz der Augen, Rüßchenhemden erreicht man ebenfalls durch die Verwendung von "weiß leuchtend".

Ein goldener Hintergrund wird erreicht wenn man zuerst die Farbe "gelbchrom" der man etwas Eigelb + Honig beigemischt hat, als Grundfarbe, mit vielen kleinen Punkten aufträgt. Dies ergibt einen schönen Schutz. Darüber wird dann echtes Gold ="oro zecchino" aufgetragen. Hierfür wird das "echte Gold" auf einer speziellen "Muschel" mit Wasser gemischt.

Statt "leuchtend weiß" werden auf Gold für Schattierungen, etc. die Farben Braun, Terra di Siena gebrannt oder natur, verwendet.

Für Falten von Mäntel oder Kleidern, wird zuerst die Grundfarbe aufgetragen, durch den feuchten Atem verteilt und nach dem Trocknen, mit viel Geduld und eine Unmenge an Punkten und Kommas, die Faltenwurfe geformt. Durch die Verwendung von hellen und dunkleren Farbtönen entstehen Licht und Schatten.

Auch für die Haut des Gesichts, des Dekolleté + Arme gilt die gleiche Technik.

Wie in der ganzen Miniaturmalerei gilt auch hier: Ruhige Hände, viele Punkte und Kommas…und ganz viel Geduld!

Als Hilfsmittel für eine ruhige Hand benutzt man eine kleine Stütze aus Holz, wo diese abgelegt wird.

Wie bei den "großen Malern", werden die Farben auf einer Palette gemischt. Diese ist allerdings aus Elfenbein oder Imitation.