Auch in Venezuela gab es eine große Sammlung von Simòn Bolivar. Dort hatte ein "Gegner" von Maury Bromsen, Herr Alfredo Boulton, ebenfalls eine Sammlung über Simòn Bolivar zusammengestellt. Die Sammlung von Herrn Boulton gilt als die größte Sammlung Südamerikas. Die Direktorin von Bogotà, Frau Gonzalez, sagte mir bereits 1993, dass auch in dieser Sammlung Miniaturen von mir vorhanden seien. Aber solange Herr Boulton lebte, bestand keine Möglichkeit, diese Sammlung zu sehen.

Vor zwei Jahren verstarb Herr Boulton. So hatte ich im Januar 2002 die Möglichkeit, den Direktor des Museo de Arte Colonial, Herrn Professor Carlos Duarte, zu treffen. Dort habe ich auch die Managerin, Frau Carmen Michelena, und die Direktorin der Colleccion Boulton, Frau Cecilia de Montiel, kennen gelernt, die mir diese Sammlung zeigten. In der ersten Vitrine mit vier Miniaturen habe ich eine von Simòn Bolivar entdeckt, die ich 1962 in Florenz für Manuel Bustillo gemalt hatte. Auch hier wurde im Katalog diese Miniatur als Original ausgewiesen, das in Bogotà 1828 von Espinosa Prieto gemalt wurde. Auch hier war es für mich ein Triumph, da Boulton immer behauptet hatte, dass er nur Originale besitzt und auch die zwei Miniaturen aus Bogota Originale seien.

In der Galeria de Arte Nacional (GAN) in Caracas, eines der größten Museen Südamerikas, ist ebenfalls eine Miniatur von mir aufgetaucht. Als der Skandal in Providence bekannt wurde, sind alle Sammler wach geworden. Mittlerweile gelte ich als "Schreck aller Kunstsammler". Der Direktor der GAN, Herr Dr. Rafael Santana, schrieb gleich einen Brief an die Expertin Beatriz Gonzales in Bogotà und schickte ihr eine Kopie einer Miniatur und fragt nach, ob dies ein Original sei. Er hat auch die Unterschrift vergrößert um zu fragen, ob diese "echt" ist. Leider ist auch diese von mir, was ich anhand der Vorzeichnungen beweisen kann.

Auch Frau Nora Haime aus New York, die eine private Kunstsammlung besitzt, schickte ein Bild einer Miniatur von Simòn Bolivar an Frau Gonzales nach Bogotà und behauptete, dass es von Espinosa sei. Auch hier wurde festgestellt, dass es ein "Original" von mir ist.

Alle diese Leute und auch ich sind von Manuel Bustillo betrogen worden. Er hat Glück, dass er 1989 verstorben ist. Von den cirka 120 Miniaturen, die ich für ihn mit dem Namen der "echten" Künstler unterschrieben habe, sind bereits jetzt 12 Miniaturen in Museen und Kunstsammlungen aufgetaucht.

Über die Korrespondenz zwischen Bustillo und dem Sammler Boulton (Archiv Colleccion Boulton - Caracas) hat mir Prof. Duarte eine Kopie überlassen. Mit den haarsträubenden Geschichten zu den Miniaturen, die Bustillo als Originale den Sammlern angeboten und verkauft hat, könnte man ein Theaterstück schreiben.

Auch wenn die Miniaturen von mir keine Originale von Espinosa, Meucci und Legros sind, ist doch festzustellen, dass Kunstexperten meine Arbeit anerkennen und mich "als beste Interpretin dieser Malerei im 20. Jahrhundert" bewerten.

Für weitere Auskünfte stehe ich gerne zur Verfügung.